Die richtige Cannabis-Dosierung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen medizinischen Therapie. Zu viel THC führt zu Angst und Unwohlsein, zu wenig bringt keinen therapeutischen Nutzen. Dieser Ratgeber hilft dir, deine optimale Dosis Schritt für Schritt zu finden.

Dosierung Cannabis — Das Wichtigste
  • Grundprinzip: Start low, go slow — kleine Dosen, langsam steigern
  • Startdosis: 2,5 mg THC (inhaliert: 1–2 kurze Züge am Verdampfer)
  • Wirkungseintritt: 5–15 Min (Inhalation) vs. 30–90 Min (Öl oral)
  • Nicht nachdosieren, bevor die Wirkung eingesetzt hat
  • Optimale Dosis variiert stark individuell — Dokumentation essenziell

Warum ist die richtige Dosierung so wichtig?

Cannabis ist keine Substanz mit linearem Dosis-Wirkungs-Verhältnis. Paradoxerweise können zu hohe Dosen das Gegenteil des Gewünschten bewirken: Bei Angststörungen kann zu viel THC Panik auslösen, bei Schmerzen kann eine Überdosierung die Sensitivität erhöhen. Die optimale Dosis liegt in einem individuellen "therapeutischen Fenster" — das von Patient zu Patient stark variiert.

Faktoren, die deine optimale Dosis beeinflussen:

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  • Toleranz: Cannabis-Erfahrene vertragen mehr — Einsteiger brauchen weniger
  • Körpergewicht: Geringer Einfluss, aber größere Personen brauchen tendenziell etwas mehr
  • Indikation: Schlaf braucht oft höhere Dosen als Angst
  • Einnahmeform: Inhalation = schnell + präziser, Öl = langsamer + länger
  • THC-Gehalt der Sorte: 20% THC ≠ gleiche Wirkung bei jeder Sorte (Terpene modulieren)
  • Genetik: CYP-Enzym-Varianten bestimmen, wie schnell THC abgebaut wird

Dosierungsempfehlungen nach Einnahmeform

Einnahmeform Startdosis Wirkungseintritt Wirkungsdauer Hinweis
Verdampfer (Blüten) 2,5 mg THC (1–2 Züge) 5–15 Min 1–3 Stunden Präziseste Kontrolle
Cannabis-Öl (oral) 2,5 mg THC (ca. 2–3 Tropfen) 30–90 Min 4–8 Stunden Länger anhaltend
Dronabinol (Kapsel/Lösung) 2,5 mg THC 30–60 Min 4–8 Stunden Standardisiert, gut dosierbar
Sativex (Spray) 1 Hub (2,7 mg THC) 15–40 Min 3–6 Stunden Für MS-Spastiken zugelassen

Dosierung nach Indikation

Indikation Typische Tagesdosis Empfehlung
Chronische Schmerzen 10–30 mg THC 3–4 Einnahmen tagsüber, abends höher
Schlafstörungen 5–20 mg THC (einmal abends) 1–2 Stunden vor dem Schlafengehen
Angststörungen 2,5–10 mg THC Niedrig halten — zu viel THC kann Angst verstärken
ADHS 5–15 mg THC Morgens/mittags, Sativa-Sorten
Übelkeit (Chemo) 5–10 mg THC Vor Mahlzeiten oder bei Bedarf

Start low, go slow — Das Protokoll

1
Woche 1: 2,5 mg THC einmal täglich (oder jeden zweiten Tag). Wirkung und Nebenwirkungen genau beobachten und dokumentieren.
2
Woche 2–3: Wenn gut verträglich: auf 5 mg THC steigern. Nochmals 1–2 Wochen beobachten.
3
Weitere Steigerung: In 2,5–5 mg-Schritten, immer mit 1 Woche Pause zwischen Steigerungen. Ziel: niedrigste Dosis mit ausreichender Wirkung.
4
Optimale Dosis gefunden: Dokumentiere Sorte, Dosis, Einnahmezeit und Wirkung. Diese Info ist Gold wert beim nächsten Arztgespräch.

Was tun bei zu viel THC?

Überdosierung ist kein medizinischer Notfall, aber sehr unangenehm. Symptome: Paranoia, Herzrasen, Übelkeit, Dissoziation. Maßnahmen:

  • Ruhige, bekannte Umgebung aufsuchen — liegen, tiefe Atemzüge
  • Schwarzen Pfeffer kauen oder riechen (Caryophyllen hilft)
  • CBD einnehmen (moderiert THC-Wirkung) falls vorhanden
  • Zuckerhaltiges trinken/essen kann helfen
  • Wissen: Es geht vorbei — keine lebensbedrohliche Gefahr
Wie berechne ich meine THC-Dosis beim Verdampfer?
Näherungsformel: Sorte mit 20% THC enthält 200 mg THC/g. Wenn du 0,1 g verdampfst, hast du 20 mg THC — davon wird beim Verdampfen ca. 30–50% bioverfügbar. Also ca. 6–10 mg THC. Für Dosierungsgenauigkeit: kleiner Wäge für Blüten kaufen (auf 0,01 g genau).
Wann tritt die Cannabis-Toleranz ein?
Bei täglichem Konsum entwickelt sich nach 2–4 Wochen eine messbare Toleranz. Regelmäßige "Tolerance Breaks" (2–7 Tage ohne Cannabis) können die Sensitivität wiederherstellen und die benötigte Dosis senken.
Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?
Ja — Cannabis beeinflusst CYP450-Enzyme und kann die Wirkung anderer Medikamente verändern. Relevante Wechselwirkungen: Sedativa (Verstärkung), Blutverdünner (Dosisanpassung nötig), Antidepressiva (variabel). Immer Arzt und Apotheker informieren.
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